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GTH Schweiz |
Schweizerische
Gesellschaft für Therapeutische Hypnose und Hypnoseforschung |
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Werner J. Meinhold, Hypnoseforscher
Auch bei psychischen Leiden kann HYPNOSE hilfreich sein: In Trance können Patienten die Ursache für ihr Unwohlsein erkennen.
TEXT: NICOLE TABANYI FOTO: SIGGI BUOHER Nicht selten erinnern sich Menschen, die in Hypnose sind, plötzlich an Erlebnisse ihrer Kindheit. An Gegebenheiten, die derart unangenehm waren, dass sie im Laufe der Zeit vergessen gingen - oder verdrängt wurden, wie Psychotherapeuten sagen. Doch wozu soll es gut sein, beklemmende Erinnerungen ans Tageslicht zu zerren? «Einfach deshalb», sagt der deutsche Psychotherapeut Werner J. Meinhold, «weil traumatische Erlebnisse in früher Kindheit zu psychischen und körperlichen Störungen führen können, deren Ursache man nur mit Hilfe der Hypnose herausfindet.» Meinhold ist Hypnoseforscher und beschäftigt sich seit über 35 Jahren mit Psychotherapie und Hypnose. Er hat mehrere Sachbücher zum Thema veröffentlicht und hält in Zürich regelmässig Seminare. Mit seiner Arbeit knüpft Meinhold an die Tradition der Tiefenpsychologie an. Schon Sigmund Freud, der Begründer der Psychoanalyse, hat manche seiner Patienten in Trance (vom lateinischen «transire» = Überschreiten der Grenze) versetzt, damit sie Kontakt zu ihrem Unbewussten aufnehmen konnten und den darin verdrängten Konflikten. Eine ähnliche Technik verwendet Meinhold. «Wir können zwar nicht in einem Satz in den tiefen Keller des Unbewussten springen», sagt der Hypnoseforscher. «Doch eine Psychotherapie mit Hypnose führt schneller zum Ziel als zum Beispiel eine Gesprächstherapie.» REISE IN DIE VERGANGENHEIT Wie eine Hypnosetherapie dabei helfen kann, dem Leben eine glücklichere Wendung zu geben, schildert Meinhold in einem eindrücklichen Fall. Die Patientin ist 36 Jahre alt, als sie zu Meinhold in die Praxis kommt. Sie hat bis anhin noch nie eine Liebesbeziehung gehabt und fragt sich, ob mit ihr alles in Ordnung sei. Meinhold hypnotisiert sie. In der Hypnose erinnert sich die Frau an einen Vorfall in ihrem dritten Lebensjahr. An jenem Sonntag ist sie mit ihrem Vater auf dem Nachhauseweg von der Kirche, als es zu stürmen beginnt. Sie bittet den Vater, sie auf die Schultern zu nehmen, doch dieser wehrt ab und sagt: «Am liebsten würde ich dich über die Brücke in den Fluss werfen.» Das Mädchen kann sich die Reaktion nicht erklären und ist schockiert. Sie entwickelt eine riefe Grundangst. Meinhold deutet die Geschichte seiner Patientin so: «Durch dieses traumatische Erlebnis war das Thema Mann für sie erledigt, ohne dass sie die ins Unbewusste verdrängte Ursache ahnte. Die Ablehnung ihres Vaters war so tief in ihr verankert, dass sie nicht fähig war, eine Beziehung mit einem Mann einzugehen.» Ein halbes Jahr später zeigte die Verarbeitung unter Hypnose ihre Wirkung: Die Frau hatte ihren ersten Freund. Werner J. Meinhold, 62, ist Psychotherapeut und Hypnoseforscher. Er hat mehrere Bücher zum Thema publiziert: «Das grosse Handbuch der Hypnose» (Ariston-Verlag, 69 Franken) gibt einen Überblick über die Grundlagen und Theorien der Hypnoseforschung, «Psychotherapie in Hypnose» (Artus-Verlag, 25 Franken) behandelt die heilende Wirkung der Hypnose. Zu bestellen unter www.books.ch oder www.amazon.de Quelle: Schweizer Familie, 4.Januar 2007 |
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