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Gewalt – Nicht Gene sondern Umwelt ist entscheidend



Der Fall von Daniel H. und dem Opfer, der 16jährigen Lucie T. hat vor wenigen Wochen die ganze Schweiz erschüttert. Aus früheren Gerichtsverfahren ist ersichtlich, dass auf den Täter selbst sexuelle Übergriffe im Alter von 10 Jahren erfolgt waren. Er wuchs in einem von Streitereien erschütterten, instabilen Umfeld auf.

Die moderne Hirnforschung zeigt: Jugendliche Gewaltverbrecher sind psychisch Schwerstkranke, die oft schon im Kleinkindalter vernachlässigt wurden. Traumatisierungen wirken sich auf das Stresssystem und den Serotoninhaushalt aus. Serotonin ist ein wichtiger Botenstoff bei der Entwicklung des Gehirns. Es hemmt u.a. aggressives Verhalten. Gewalttäter weisen meistens einen Serotoninmangel auf. In Stress-Situationen sind ihre Handlungen darum besonders unkontrolliert.

Der renommierte deutsche Neurobiologie Gerhard Roth bringt es dabei auf den Punkt: „Man findet bei schweren Gewalttätern drei Dinge auffallend häufig, einzeln oder in Kombination: Sie werden als Kleinkinder stark vernachlässigt, sie werden körperlich misshandelt oder sexuell missbraucht“.

Schlimme Kindheitserfahrungen entschuldigen keine Gewalt. Aber sowohl Freud als auch die moderne Hirnforschung bestätigen, dass Verbrecher nicht von Natur aus gewalttätig sind, selbst wenn eine genetische Veranlagung dazu besteht. Eine entscheidende Rolle spielen die Umwelteinflüsse insbesondere in der frühen Kindheit. 1)

Wie kaum eine andere Therapie ergibt die Arbeit mit der tiefenpsychologisch orientierten Hypnose die Möglichkeit, erlittene Traumatas aufzufinden, zu distanzieren und damit bearbeitbar zu machen.. Dabei geht es darum, den erlittenen Mangel an Liebe, Geborgenheit und stabilen Bezugspersonen zu akzeptieren und mit einer Bejahung der Gegenwart den Zwang der Angst- und Verlustgefühle zu mildern. Aggressionen demaskieren sich dabei oft als Ausdruck von Hilflosigkeit und Schmerz.

1) Quelle: NZZ am Sonntag 22.3.0’8, S. 75

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