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GTH Schweiz |
Schweizerische
Gesellschaft für Therapeutische Hypnose und Hypnoseforschung |
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Konflikte mittels Hypnose lösen
Roman Scheerle, Personaltrainer, beschreibt in seiner GTH Diplomarbeit als Selbsterfahrung, wie Hypnose erfolgreich zur Konfliktlösung eingesetzt werden kann (Diplomarbeit GTH 19. Mai 2009 „Konfliktmanagement und H.I.T.T.“ – Hypno- integrative Tiefenpsychologische Therapie).
In einem typischen „interpersonellen“ Konflikt befinden Sie sich, wenn Sie in einem Handlungszusammenhang stehen mit einer andern Person und Sie sich dabei in der Realisierung Ihrer Arbeit oder in Ihren Gefühlen durch den andern beeinträchtigt sehen. Es handelt sich dabei meist um Ziel-, Interessen- oder Rollenkonflikte. Was passiert im Konfliktfall bezüglich Wahrnehmung und Denken? Typischerweise erfolgt eine „Filtrierung“, d.h. Sie sehen zunehmend nur noch das, was Ihrer eigenen Meinung entspricht. Ihre Aufmerksamkeit wird zunehmend selektiv, einzelne Umstände werden schärfer, andere gar nicht mehr gesehen. Ereignisse werden oft verzerrt wahrgenommen. Es treten in Ihrem Denken Verallgemeinerungen und Pauschalisierungen auf. All dies passiert natürlich auch auf der Gegenseite. Im Laufe der Zeit bestehen zwischen den Konfliktparteien immer mehr diese voneinander gemachten Bilder. Sie verstellen den Blick auf die wahre Person. Je länger der Konflikt dauert, desto mehr werden Ihre tiefen unbewussten Schichten des Willenslebens aktiviert: Triebe und Instinkte wie Aggression, Kränkung usw. werden geweckt. Konflikte bewältigen heisst deshalb auch immer, einen Beitrag zur eigenen Willenslockerung zu leisten und diese unterschwelligen Emotionen in sich zu erkennen. Diese Veränderungen im Denken und Fühlen im Konflikt führen zu einem Verlust der Vielfalt in Ihrem Handeln. Dieses wird immer ärmer und einfältiger. Dadurch besteht die Gefahr, dass beim Gegenüber Wirkungen auftreten, die Sie so gar nicht gewollt haben. Daraus ergeben sich die bekannten Eskalationsstufen von „Verhärtung“ der Verhaltensweisen über „Drohstrategien“ bis zu „begrenzten Vernichtungsschlägen“. Im schlechten Fall geht es am Schluss „gemeinsam in den Abgrund“ 1) Roman Scheerle beschreibt in seiner Arbeit, wie mittels Hypnose der Ausweg aus dem Konflikt gefunden werden kann. Der Konflikt wird in Zusammenhang mit der eigenen Lebensgeschichte gebracht, ungelöste Erlebnisse aus der Kindheit, die in Bezug zu diesem Konflikt stehen, werden gelöst. Dadurch werden die wirklichen Wurzeln des Konfliktes erkannt und die Antriebesenergien des aktuellen Konfliktes werden abgebaut. Dabei wird unter anderem eine besondere Technik aus dem Gebiet des Hypnodramas verwendet. Sie besteht darin, einen Rollenwechsel in Hypnose vorzunehmen. Dabei versetzt sich der Hypnotisand in die andere Person und betrachtet sich selbst mit den Augen dieser Person. Die eine Konfliktpartei fühlt sich somit in die Rolle der andern ein. Aus diesem Rollentausch werden dem Hypnotisanden die Gefühle und Ansichten der Gegenpartei einsichtig. Er versteht die Motivation des Konfliktpartners und dessen Verhalten. Das ermöglicht ihm wiederum, sein eigenes Verhalten kritisch und aus Sicht des „Gegners“ zu betrachten. Die neuen Ansätze aus dieser Betrachtung führten nach nur 3 Hypnose-Sitzungen dazu, dass der betreffende Konflikt ein ganz anderes Gesicht bekam und konstruktiv für beide Parteien gelöst werden konnte. Die „Filtrierung“ löste sich auf. Es resultierte daraus ein völlig verändertes Denken und Verhalten in dieser Beziehung. 1 )F. Glasl, „Selbsthilfe in Konflikten, 2000, Paul Haupt Verlag Bern
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